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„In den Erinnerungen jedes Menschen gibt es Dinge, die er nicht allen mitteilt, höchstens seinen Freunden. Aber es gibt auch Dinge, die er nicht einmal den Freunden gesteht, sondern höchstens sich selbst und das auch nur unter dem Siegel der Verschwiegenheit. Schließlich gibt es auch solche Dinge, die der Mensch sogar sich selbst zu gestehen fürchtet, und solche Dinge sammeln sich bei jedem anständigen Menschen in ziemlicher Menge an.“

(F. Dostojewskij, „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch“, 1864)

 

Allgemeines zu psychoanalytischen Behandlungsmethoden

Die Geburtsstunde der Psychoanalyse lag in der Entwicklung der Erforschung und Behandlung unerklärlicher psychischer Störungen, die Sigmund Freud dazu brachte, spezifische Gesprächstechniken der Redekur zu entwickeln. Ausgehend von seinen klinischen Erfahrungen entwickelte er ein erstes Modell des Unbewussten in seiner funktionalen Beziehung zum Bewusstsein. Dabei zeigte er wie unbewusste Prozesse in der Lage sind unser Erleben, Denken und Fühlen zu beeinflussen und im schlimmsten Falle zu beeinträchtigen, bzw. seelische Erkrankungen hervorzurufen, die leider auch eine schmerzhafte Auswirkung bei unseren Mitmenschen haben können.

Heutzutage beschäftigt sich die Psychoanalyse und psychoanalytische Psychotherapie genau mit den Auswirkungen von unbewussten Konflikten, die uns in unserer Seele, geistigen und körperlichen Produktivität und unseren Beziehungen labil machen. Die therapeutische Auseinandersetzung mit diesen unbewussten Konflikten ermöglicht eine Freiheit, die eine neue Sicht über sich selbst und das Leben hervorbringt. Eine neue Sicht, sich selbst in der eigenen Subjektivität, Individualität, Identität und in Beziehungen zu begegnen.

In der Therapie wird danach angestrebt, Unbewusstes bewusst zu machen, und diese Stunde können wir ruhig als die "Evolution der Seele" betrachten.

Setting

Nach etwa zwei bis vier Vorgesprächen wird das Setting in Übereinstimmung mit dem Patienten oder der Patientin festgelegt, wobei dieses im Laufe der Behandlung bei Bedarf geändert und angepasst werden kann.

Eine Therapiesitzung dauert 50 Minuten und derzeit sind die Kosten privat zu tragen, da aktuell leider keine Krankenkassa-Teilrefundierung erfolgen kann.

Psychoanalytisch orientierte Einzelpsychotherapie (ein- oder zweimal in der Woche, im Sitzen)

Hier besteht durchaus die Möglichkeit, an den aktuellen persönlichen Leiden zu arbeiten. Die emotionalen Inhalte von tieferen unbewussten Konflikten werden nach und nach bewusst gemacht und können sogleich bearbeitet werden. In erster Linie stehen abgrenzbare Konfliktfelder und Belastungen im Fokus der Behandlung.

Psychoanalyse (drei- bis fünfmal in der Woche, im Liegen)

„Das wiedergeborene Auge verwandelt die alte Tat.“

(H. Ibsen, „John Gabriel Borkman“, 1896)

Eine klassische Psychoanalyse kann einen langen Weg mit sich bringen, der oft mehrere Jahre dauert. Der Horizont dieses Weges beruht auf innerer Freiheit und Selbsterkenntnis, er symbolisiert die Begegnung mit dem eigenen Selbst und ermöglicht uns einen neuen Spielraum, um sein zu können, wer wir in Wirklichkeit sind. Im Laufe der Psychoanalyse sind wir dann selbst der Weg, auf dem wir (ver)gegangen sind; er ist in uns. Aber im Laufe der Selbstreflexion merken wir, dass wir selbst plötzlich so viel mehr sind als nur das, was hinter uns liegt. Es ist eine Dimension, in der die Vergangenheit und Zukunft in einer ewigen Gegenwart fließen. Ein wesentlicher Punkt der Psychoanalyse liegt deshalb in der Selbstreflexion und Entdeckung des eigenen Unbewussten durch die eigenen Träume, freien Assoziationen und das freie Sprechen auf der Couch.